Medical Design für die Ophthalmochirurgie – Geuder VIVOS
Wie Eckstein Design für Geuder VIVOS komplexe Ophthalmochirurgie in eine ruhige, bedienbare Formsprache übersetzt hat. Ein Medical-Design-Projekt.
Geuder
VIVOS
Ophthalmochirurgie-Plattform für Vorder- und Hinterabschnitt

Überblick
VIVOS ist die integrierte Geräteplattform von Geuder für die Augenchirurgie. Drei Ausbaustufen teilen sich eine Formsprache, eine Bedienoberfläche und ein Zubehörsystem – die gestalterische Antwort auf eine hochkomplexe technische Aufgabe.

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Die Herausforderung
Eine Plattform, die Vorder- und Hinterabschnitt, Vitrektomie, Endoillumination und Lasertherapie in einem Gerät vereint, bringt eine enorme funktionale Dichte mit. Genau hier setzt die Designaufgabe an: Diese Dichte darf im OP nicht als Unruhe ankommen. Das System sollte trotz zahlreicher Anschlüsse, Modi und Ausbaustufen sofort verständlich bleiben, sich für wechselnde OP-Teams selbst erklären und den Anspruch des Herstellers auf den ersten Blick verkörpern.

Der Gestaltungsansatz
Im Industriedesign haben wir die technische Komplexität in eine ruhige, vertikale Architektur übersetzt. Die freistehende Silhouette auf schmaler Standfläche macht das System im überfüllten OP platzierbar und beweglich. Der schwebende Monitor und das klar gegliederte Anschlussfeld ordnen die Funktionen hierarchisch, statt sie nebeneinanderzustellen. Eine reduzierte Detaillierung, hochwertige Oberflächen und eine konsequente Materialsprache geben dem Gerät eine wertige, orientierende Präsenz. Design als sichtbares Qualitätsversprechen.


Formsprache
Eine ruhige vertikale Architektur bündelt eine Vielzahl von Funktionen in einer klaren Silhouette. Reduzierte Details und hochwertige Oberflächen geben dem System im OP eine wertige, unaufdringliche Präsenz.
Bedienung & UI
Monitor, Bedienleiste und Anschlussfeld sind so gegliedert, dass sich Anwender ohne Einweisung zurechtfinden. Ein durchgängiges Interface führt alle Workflows in einer konsistenten Logik zusammen.
Ergonomie im OP
Die schmale, freistehende Basis auf Rollen lässt sich flexibel am Patienten platzieren. Ein sauberes Anschluss- und Kabelkonzept unterstützt Hygiene, Sicherheit und einen ruhigen Arbeitsplatz.
Eine Formsprache über drei Ausbaustufen
Die Plattform wächst mit dem klinischen Anspruch, ohne ihre gestalterische Identität zu verlieren. Vom Vorderabschnitt bis zur vollausgestatteten Variante mit integriertem Laser teilen sich alle Konfigurationen dieselbe Formsprache, dasselbe Bedienkonzept und dasselbe Zubehör. Für Anwender bedeutet das Wiedererkennbarkeit und kurze Einarbeitung, für den Hersteller eine konsistente Produktfamilie mit klarem Markenauftritt.

Die Basisstufe für die Kataraktchirurgie. Phakoemulsifikation und Irrigation/Aspiration liegen in einer aufgeräumten Oberfläche nebeneinander.

Die größte Ausbaustufe ergänzt Vitrektomie und Endolaser. Dieselbe Bedienlogik, dieselben Bedienelemente – die Oberfläche bleibt trotz doppelter Funktionsdichte in derselben Ordnung.
Designpreis
Golden A' Design Award 2026
„Gutes Medical Design macht Komplexität beherrschbar. Es übersetzt technische Leistung in eine Form, die im OP sofort verständlich ist.“
Stefan Eckstein, Gründer Eckstein Design
Was das für Ihr Produkt bedeutet
Je höher die funktionale Dichte eines Medizinprodukts, desto mehr trägt Medical Design zu seiner Akzeptanz bei. Wir übersetzen komplexe Technik in Produkte, die intuitiv bedienbar sind und ergonomisch überzeugen. Von der ersten Konzeptstudie bis zur Serienreife entsteht so eine Form, die den Anspruch Ihres Unternehmens sichtbar macht und im klinischen Alltag Bestand hat.

Belegte Bedienbarkeit
Das gesamte User Interface wurde von Eckstein Design gestaltet, vom Startbildschirm über die Parametereinstellung bis zu den Service-Dialogen. Sechs chirurgische Funktionen, zuvor auf zwei bis drei Geräte verteilt, mussten in einer einzigen Bedienlogik zusammenfinden, ohne die kognitive Last im OP zu erhöhen.
Dafür folgt das Interface einem durchgängigen Prinzip: links Navigation und Kontext, rechts der Detailbereich, unten eine persistente Leiste mit Operateur, Eingriff und OP-Schritt. Jede Funktion erhält im Operationsbildschirm ein eigenes Modul mit fester Farbe, der aktuelle Wert groß und leuchtend, der Sollwert klein darüber. Ziffern an den Modulen verweisen auf die zugehörige beleuchtete Buchse am Gerät: Software und Hardware sprechen dieselbe Sprache. Die dunkle Oberfläche ist für den abgedunkelten Saal ausgelegt, Blau bleibt den aktiven Werten vorbehalten.
Bedienbarkeit wurde hier nicht behauptet, sondern geprüft. In einer summativen Validierung nach IEC 62366-1 an der RWTH Aachen bewerteten 13 Erstanwender das System mit einer Zufriedenheit von 91,7 Prozent, ohne unannehmbare Restrisiken. Die beleuchteten Anschlussbuchsen bewerteten alle Teilnehmenden positiv, ein Detail, das im abgedunkelten OP den Unterschied macht.






